Digital Humanities in der Literaturwissenschaft (Computerphilologie)

Die Literaturwissenschaft umfasst die Teilgebiete Literaturgeschichte, Literaturkritik, Literaturinterpretation, Literaturtheorie und Editionsphilologie. Die Computerphilologie beschäftigt sich mit den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten des Computers in der Literaturwissenschaft. Die Computerphilolog/innen verwenden ebenso wie die Computerlinguist/innen Tools, um literarische Texte im Hinblick auf ihre Eigenschaften zu analysieren. Ein großer Teilbereich der Computerphilologie widmet sich der Erstellung und Verwendung von digitalen Texten, insbesondere digitalen Editionen, aber auch Nachschlagewerken und Wörterbüchern. Nähere Informationen bekommt ihr hier. Aktuelle Forschungsfragen sind auch Aspekte wie "Distant Reading" oder "Stylometrics/Stilometrie".
Diese Begriffe hängen eng miteinander zusammen. ''Distant Reading'' stellt das Gegenstück zum ''Close Reading'' dar. Beim Distant Reading werden große Textmengen quantitativ und statistisch, beim Close Reading wenige Texte detailliert und qualitativ betrachtet. Der Begriff Distant Reading wurde von dem englischen Literaturwissenschaftler Franco Moretti geprägt. Distant Reading bedeutet, Literatur nicht durch Studieren bestimmter Texte zu verstehen, sondern durch Analyse großer Textmengen. Distant Reading ermöglicht es daher, einen Text zu analysieren, ohne ihn komplett gelesen zu haben. Quantitative und qualitative Verfahren ergänzen einander und können zu neuen Einsichten über Texte führen. Die Stilometrie untersucht den Sprachstil ebenfalls mittels statistischer Mittel, sie analysiert z.B. die Häufigkeiten von Wörtern innerhalb eines Textes, um Autoren, Gattungen, Werke und Epochen charakterisieren zu können oder um anonyme Autoren identifizieren zu können.   
Weitere Informationen finden Sie hier.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Transkription und Aufbereitung von Texten in digitaler Form mittels XML (eXtensible Markup Language). Das ist eine Metasprache und ein Format, in dem Dokumente erfasst, strukturiert und archiviert werden können. Die Vorteile von XML liegen auf der Hand: es ist plattformunabhängig, lesbar für Mensch und Maschine und es ist einfach und leicht zu erlernen.

An der TU Darmstadt ist die Computerphilologie derzeit eng verbunden mit der Germanistischen Mediävistik, die sich mit der deutschen Sprache und Literatur des 8. bis 16. Jahrhunderts befasst. Weitere Informationen finden Sie hier. In einem entsprechenden Computerphilologie-Seminar haben Studierende der TU Darmstadt beispielsweise eine mittelalterliche Historienbibel mit Hilfe des XML-Editors oXygen transkribiert und ediert.

 

Kontakt

Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft
Landwehrstr. 50a (S 4 23)
64293 Darmstadt

Telefon: +49 - 6151 - 16 57394
Fax: +49 - 6151 - 16 57411

Postanschrift
Dolivostr. 15
64293 Darmstadt

E-Mail: dhdarmstadt(at)linglit.tu-darmstadt.de
Twitter: @DHDarmstadt
Twitter: @DPhilology

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